Interner Bereich


Gründung

Die Musikkapelle Röthenbach kann an ihrem 170-jährigen Jubiläum auf eine bewegte Vereinsgeschichte zurückblicken. Groß ist die Liebe der Röthenbacher zur Musik. Allzeit wurde hier gejodelt und gesungen, geblasen und gegeigt. Aus Freude an diesem schönen Gut schlossen sich im Jahre 1840 junge Leute zur Musikkapelle zusammen. Als Gründer ist der Musikant Josef Mader aus Happareute überliefert.

 

Vereinsfahne 1843

Die Leitung der Harmoniemusik wurde dem damaligen Lehrer Hermann Prinz übergeben. Das eigentliche Ziel war es die Gottesdienste und Feste der Gemeinde Röthenbach zu verschönern. Aber auch bei anderen Anlässen wie Jubiläen, Hochzeiten und Beerdigungen leistete die Musikkapelle über Jahre hinweg ihren Beitrag.

Bereits im Jahre 1843 wurde die erste Fahne zum Preis von damals 70 Gulden angeschafft. Diese befindet sich noch heute im Besitz der Musikkapelle. Es wird angenommen, dass anlässlich der Fahnenweihe das erste Musikfest in Röthenbach gefeiert worden ist.

Aus mündlichen Überlieferungen ist bekannt, dass sich die Musikkapelle in den Jahren 1869, 1878 und 1881 mit ca. zehn Mann an Musikfesten in Wangen, sowie 1893 in Lindenberg beteiligen durfte. Daraus lässt sich schließen, dass die Kapelle schon damals auf einem hohen Niveau spielte.

Jahrhundertwende

Um die Jahrhundertwende bis zum 1. Weltkrieg stand die Musikkapelle immer im Mittelpunkt des regen Dorflebens und pflegte ein sehr gutes Verhältnis zu den örtlichen Vereinen. Während des 1. Weltkrieges wurden 9 Mitglieder der Kapelle eingezogen. Es musste ein Gefallener beklagt werden. In den ersten Nachkriegsjahren schaffte man es, die Kapelle weiter auszubauen.

 

Musikkapelle Röthenbach 1890

Junge Kräfte wurden ausgebildet und ein beachtlicher musikalischer Stand erreicht. Ab 1930 sind erste genaue schriftliche Aufzeichnungen vorhanden. Diese beginnen 1931 mit einem Ausflug nach Meckatz anlässlich des 50. Geburtstages des Dirigenten Josef Schneider aus Heimenkirch. Josef Schneider, als Trompeter im ganzen Westallgäu bekannt, kam bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad oder zu Fuß nach Röthenbach zu den Proben.

 

1935

Im Jahre 1935 fand die Primizfeier von Neupriester Josef Buhmann statt. Im selben Jahr bekam die Musikkapelle von der Gemeinde die erste einheitliche Kopfbedeckung, eine Mütze. Ein Jahr später umrahmte die Kapelle das 60-jährige Jubiläum der Ortsfeuerwehr. Auch in den folgenden Jahren war die Musikkapelle stets ein wichtiges Glied der Dorfgemeinschaft. So gab sie jedes Jahr an Maria Geburt ein großes Konzert.
Die Zeit des Dritten Reiches machte sich in allen Lebensbereichen bemerkbar. Auch die Musikkapelle blieb davon nicht verschont. Sie musste die jährliche Maibaumfeier verschönern und wurde in die Dienste des Fremdenverkehrs (KdF) gestellt.Musikkapelle Röthenbach 1931 Der 2. Weltkrieg und sein bitteres Ende riss mit drei gefallenen Kameraden eine große Lücke in die Kapelle. In den letzten Kriegswochen brachte die Musikkapelle noch ein musikalisches Opfer und gab als „Metallspende“ eine Basstrompete und die Lyra der Musikfahne.Wie eng die Kameradschaft schon damals war, zeigte sich 1942, als die Kapelle jedem Mitglied ein Weihnachtspaket an die Front schickte. Bereits 1945 begann man durch die Ausbildung junger Musikanten mit dem Wiederaufbau der Kapelle.

1949

Mit einem feierlichen Kirchgang wurde im Jahre 1949 das 700-jährige Bestehen der Pfarrgemeinde Röthenbach gefeiert. Ab 1950 pflegte die Kapelle weiter Kontakt zu den Nachbarkapellen und beteiligte sich regelmäßig an deren Musikfesten.
Auch innerhalb der Gemeinde gab es einige große Feste, die durch die Musikkapelle umrahmt wurden, unter anderem eine Glockenweihe, die Schulhauseinweihung und im Jahre 1952 die Einweihung der Siedlung.
1955 schneiderte der aktive Musiker und Schneidermeister Gottfried Degenhart eine neue Uniform (Trachtenanzug), welche der Musikkapelle wieder neuen Glanz verlieh. Neue Tatkraft und viele junge Gesichter zeichneten den weiteren Aus- und Aufbau der Kapelle, mit welcher der junge Dirigent, Reinold Dopfer, in zielstrebiger Probenarbeit (80 Proben im Jahr!) den Schritt wagte, sich in Wertungsspielen zu beweisen und mit anderen Musikkapellen zu messen. So nahm die Musikkapelle 1957 erstmals an den Wertungsspielen in Sigmarszell teil. In der Unterstufe wurde mit „Bergheimat“ ein 1. Rang mit 94 Punkten erreicht. Dem folgte 1959 in Scheidegg ebenfalls in der Unterstufe mit „Prelude“ eine Platzierung von 102 Punkten. Außerdem nahm die Musikkapelle an den Musikfesten in Simmerberg, Eglofs, Maierhöfen, Heimenkirch, Maria-Thann, Oberstaufen, Hergensweiler, Sibratshofen und Missen-Wilhams teil, veranstaltete mit Stiefenhofen und Haldenwang Gemeinschaftskonzerte und begleitete die Reitergruppe beim jährlichen Wendelinsritt. Auch unterstützt sie seit 1954 den alljährlichen Kriegerjahrtag in Hinterstein.

1964

Musikkapelle Röthenbach 1965

Im Jahre 1964 entschied sich die Kapelle zur Neueinkleidung mit dem „Allgäuer Gwand“ und hat damit Volkstum und Brauch neu gestärkt.

Die neue Tracht, deren Anschaffung von vielen Spenden aus der Dorfgemeinde, sowie von Freunden und Gönnern unterstützt worden ist, fand allgemein großen Anklang. 1965 war es dann soweit: Die Musikkapelle feierte ihr 125-jähriges Bestehen mit einem großen Musikfest. Wie der Westallgäuer berichtete, wohnten Tausende von Besuchern dem herrlichen Festzug bei.

 

Münchner Oktoberfest 1966

Ein großes Ereignis war 1966 auch die erstmalige Teilnahme am Oktoberfestumzug in München. Insgesamt durfte sich die Musikkapelle Röthenbach viermal beim Schützen- und Trachtenumzug des Oktoberfestes in München präsentieren. Ein ehrenvolles Ereignis war im Jahre 1972 die Verleihung der Pro-Musika-Plakette im Kaisersaal in Ottobeuren.

 

 

 

Musikfest 1965 zum 125-jährigen Bestehen

Wie bereits erwähnt, gestaltete die Musikkapelle die unterschiedlichsten Feste in der Gemeinde mit. So blies sie sowohl beim großen Schützenfest 1974 am Sonntagabend, als auch zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Röthenbach im Jahre 1977 mit Erfolg auf. Im gleichen Jahr versetzte der unerwartete und viel zu frühe Tod des ersten Vorstandes und aktiven Bassbläsers Georg Heumos der Kapelle einen großen Schock.

Neben der großen Einweihung des Freizeitzentrums in Rentershofen wurde 1978 auch die Primizfeier des Neupriesters Georg Reichart umrahmt. Ein weiteres großes Ereignis dieses Jahres stellte die Einladung des Münchner Festringes dar, die Münchner Delegation und das Münchner Kindl zum großen Oktoberfest in Wieze (Belgien) zu begleiten. Dies war Lohn für das gute Auftreten der Musikkapelle bei früheren Oktoberfesten. Dabei umrahmte sie die Festlichkeiten, gestaltete einen großen Stimmungsabend und spielte unter anderem mit den Bückeburger Jägern. Die Musikkapelle verkaufte sich so gut, dass sie 1981 noch ein zweites Mal dort aufspielen durfte.

 

1979

Im Jahre 1979 wurde die Kapelle nochmals mit einer neuen Tracht eingekleidet. Nach 20-jähriger Pause nahm die Kapelle im gleichen Jahr unter der Leitung von Albert Martin erstmals wieder an Wertungsspielen in Scheidegg teil. Dabei erzielte sie einen ersten Rang mit Auszeichnung. Durch den Erfolg motiviert, nahm die Musikkapelle in den Folgejahren regelmäßig an den Wertungsspielen teil.
1982 wirkte die Musikkapelle unter anderem bei der Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Röthenbach mit. Das 90-jährige Bahnhofsjubiläum im Jahre 1983 untermalte sie ebenso musikalisch wie 1984 das Ordensjubiläum im Josefsheim. Einen Ausflug unternahm die Musikkapelle in diesem Jahr auch nach Bad Cannstadt, wo sie zum Heimatabend aufspielte.
Weitere nennenswerte Ereignisse waren das Mitwirken am Ständchen des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes anlässlich des 70. Geburtstages von Bischof Josef Stimpfle in Augsburg 1986, sowie der Besuch des Schützenfestes in Düsseldorf, wo die Musikkapelle zum großen Zapfenstreich spielte und einen Stimmungsabend gestaltete. Im selben Jahr besuchte die Musikkapelle zum ersten Mal die französische Partnergemeinde Saint-Florent-des-Bois und umrahmte dort das alljährliche Reiterfest.
Bis zum nächsten großen Jubiläumsjahr bereicherte die Musikkapelle weiter mit voller Tatkraft das Gemeindeleben, unter an­derem anlässlich der Schuleineinweihung im Jahre 1988, des 40-jährigen Jubiläums des Turn- und Sportvereins Röthenbach 1989 und des Ordensjubiläums im Josefsheim.

1990

Neue Vereinsfahne 1990Endlich konnte die Musikkapelle dann im Jahre 1990 ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Dies war Anlass für ein großes Jubiläumskonzert am 29. April. Verbunden mit einer Fahnenweihe veranstaltete die Musikkapelle daneben natürlich auch ein großes Musikfest.